17. Juni 2012

21 Jahre "Sport ist Mord"


Gott, wie ich Sport immer gehasst habe. Seit meinem 10. Lebensjahr habe ich jegliche sportliche Aktivität vermieden und wenn's dann doch nicht anders ging (wie im Schulsport zum Beispiel), empfand ich die Anstrengung als schmerzhaft und unnötig. Da war ich wohl das Paradebeispiel eines Vertreters des Mottos "Sport ist Mord".
Bis heute ist es mir schleierhaft, warum ich so einen Hass auf Sport hatte. Als Kind war ich in mehreren Sportvereinen (obwohl ich's dort zugegebenermaßen nie länger als 1-2 Jahre ausgehalten habe), zum Beispiel in einem Turnverein, eine längere und auch schöne Zeit in einem Schwimmverein, sowohl in einem Reit- als auch in einem Voltigierverein und - was mir richtig Spaß gemacht hat - in einem Tanzverein (klassisch). Ich kann wirklich nicht sagen, dass es mir in den dortigen Vereinen nicht gefallen hat. Trotzdem irgendwann ausgetreten und das Problem waren jedenfalls nicht meine Eltern, die beide recht sportlich sind.
Keine Ahnung. War eben schon immer ein Stubenhocker ;)
Jedenfalls dachte ich letztens darüber nach, was jetzt anders ist und warum es letztendlich bei mir "Klick" gemacht hat, sodass ich jetzt ohne wenn und aber und sogar mit einer Portion Spaß an der Sache 4x wöchentlich ins Studio oder ins Schwimmbad renne.
Darüber hinaus ist mir aufgefallen, dass es bei vielen meiner abnehmwilligen Bloggerkollegen ebenfalls am Sport hängt, was ich total verstehen kann. Schließlich sind meine Abnehmversuche die letzten 4 Jahre ebenfalls an Bewegung gescheitert.
Darum heute dieser Post - vielleicht bringt's ja irgendeinem möglichen Leser was :)






Das Vorwissen


Ganz wichtig für mich war das Ansammeln von genügend Wissen über Sport und die Auswirkung von regelmäßigen Sport auf meinen Körper. Genau wissen "wie" man alles zu machen hat, ist enorm wichtig, damit überhaupt ein Erfolg möglich ist und dieser wiederum ist obligatorisch um lange durchzuhalten.
Ich hatte da großes Glück, dass mein Freund bereits langjähriger Sportler ist und ich bei Fragen keinen langen Suchweg einschlagen musste. :) Wer keine passende Anlaufstelle hat - Internetforen gibt es zuhauf und sind fast genausogut.
Durch das angesammelte Vorwissen habe ich meinen Trainingsplan so aufgebaut, dass ich 3x wöchentlich 60min Cardio(Ausdauer) auf dem Crosstrainer mache und 1x wöchentlich Krafttraining, bei dem ich möglichst alle Muskelgruppen beanspruche. Das Krafttraining ist insofern sinnvoll, dass mehr Muskeln auch mehr Fett verbrennen. Einmal wöchentlich macht zwar nicht viel aus, aber zunächst halte ich es für sinnvoller, mich mal auf Cardio zu konzentrieren. Da Krafttraining auch noch super für die Hautstraffung ist, werde ich das aber in den nächsten Monaten verstärken.
Besonders wichtig ist außerdem noch der Puls. Wenn man im Studio an Geräten trainiert, hat man immer die Möglichkeit seine Herzfrequenz zu messen. Für eine Gewichtsabnahme ist eine Herzfrequenz zwischen 110 und 140 pro Minute angebracht. Sobald der Puls über 170 geht, wird auch die Fettverbrennung eingestellt. Besonders wirksam ist übrigens Intervalltraining, da dann die HF sich immer neu anpassen muss, was die Fettverbrennung optimiert. Darüber hinaus ist ein Cardiotraining unter 20 Minuten ziemlich sinnlos.
Sobald man weiß, dass man sich für eine Gewichtsabnahme nicht total überanstrengen muss, sieht die Sportsache schon ganz anders aus, finde ich.
Daneben gibt es natürlich noch unheimlich viel Sporttheorie, die man ansammeln kann, das geht allerdings etwas zu weit für einen Blogeintrag.

Der Initialzünder


Alles Wissen bringt natürlich garnix, wenn man einfach nicht "reinkommt" und trotzdem noch keinen Bock hat. Ich bin der Meinung, dass man sich einfach zwingen muss. Wenn man ganz neu beim Sport ist, dauert es ca. 2-3 Wochen, bis man erste Ergebnisse erzielt, in manchen Fällen sogar länger und das ist anfangs totaaaal demotivierend. Man rackert sich ab, musste vielleicht sogar seine Ernährung umstellen, man hat schlechte Laune und es passiert nichts. Hier scheitern glaube ich die meisten. Um das durchzustehen ist das sprichwörtliche "Es hat Klick gemacht" nötig. Bei mir hat da ehrlichgesagt die Modelkartei geholfen ;) Klingt blöd, aber man muss sich einfach immer wieder vorhalten, wie man mal aussehen möchte. Mir hat das unheimlich viel gebracht. Und irgendwann stellt man vielleicht fest, dass auch die Idealbilder, die man hat, meistens nur durch Sport dort sind und dort bleiben, wo sie figurtechnisch stehen. Dann versteht man, dass der alte Lebensstil für immer vorbei sein muss und man sich damit "abfinden" sollte, sich umzustellen und das für immer - nicht nur bis man das Wunschgewicht erreicht hat. Wenn man sich immer wieder vorsagt, dass man nicht nur schön aussehen möchte, sondern auch GESUND leben möchte, kommt irgendwann der Tag, an dem man sich auf den Sport freut. Denn plötzlich versteht man, dass man sich was Gutes tut und Sport eben kein "Mord" ist, sondern der vorherige Lebensstil.

Durchhalten


Jetzt heißt es durchhalten. Es gibt keine Ausreden mehr, es gibt kein "ich will nicht, ich kann nicht, ich hab zu tun" mehr. Mir hat da ein bestimmtes Bild geholfen, das ich irgendwo auf einem Blog gefunden habe..:

Es dauert subjektiv sehr lange, bis Sport Wirkung zeigt, aber es WIRD Wirkung zeigen und das ist die große Kunst: so lange auszuhalten, bis man Motivation aus seinen Erfolgen ziehen kann.
Bis es soweit ist, muss man einfach durchhalten, man muss sich zwingen, so ätzend es auch ist. Denn es ist unmöglich, dass nichts passiert, wenn man alles richtig macht. Es liegt also nur am eigenen Schweinehund, wenn man es verpatzt. Das Stichwort heißt also: einen eisernen Willen entwickeln. Ich weiß, wie schwer das ist, ich hab es selbst niiiee hinbekommen bis vor zwei Monaten. Immer hatte ich eine Ausrede, entweder hatte ich zu wenig geschlafen, die Uni war zu anstrengend und ich hatte ja zu wenig gegessen und könne jetzt nicht auch noch Sport machen. (Apropos: wenig essen beim Abnehmen ist absoluter Quatsch. Genug und gesund essen und viel Bewegung ist das einzige, was einen Sinn hat.). Letztlich hat mir geholfen, dass ich gemerkt habe, dass ich mich mit Sport nicht so einschränken musste. Man kann mehr essen und muss demnach nicht mal eine große Diät machen. Man ist langfristig einfach stolz auf sich und das ist verdammt viel wert. :)

Der erste Erfolg


Ach, das war so schön. Ich werde wohl niiiiee vergessen, wie toll es war, die ersten Kilos purzeln zu sehen, zu bemerken, wie die Hosen auf einmal viel zu locker sitzen und Treppen steigen kaum noch anstrengend ist. :) Dafür macht man das Ganze und versprochen: ab dann wird alles viel leichter. Plötzlich bemerkt man, dass Sport tatsächlich was bringt und das nicht nur ein Mythos ist. ;) Dann freut man sich schon fast auf's Laufen und weiß, dass der Gang ins Studio nur ein weiterer Schritt zum Ziel hin ist. Man hat auf einmal gar keine Lust mehr auf ungesundes Essen und wählt seine Mahlzeiten mit Freude nach den gesunden Nährwerten aus.
Mehr gibt es da nicht zu sagen - das Gefühl ist einfach der Wahnsinn und ich kann allen nur raten, ein paar Wochen durchzuhalten, es lohnt sich. :)

Motivation und Motivationserhaltung


Ich stecke grade in dieser Phase fest. ^^ Jetzt heißt es: wie bleibe ich motiviert? Momentan gehe ich wieder meine Methoden von der Initialzündung durch und mache Pläne. Was mache ich, sobald ich 15kg abgenommen habe? Wie belohne ich mich, sobald 20kg weg sind?
Das bringt mir sehr viel. Außerdem beginne ich verschiedenen Leuten aus meinem Heimatbundesland zu erzählen, was ich mache. Das erzeugt eine Art angenehmen "Druck" - jetzt wo viele wissen, dass ich schon 10kg abgenommen habe, haben sie Erwartungen, sobald sie mich wiedersehen, also will ich sie nicht enttäuschen. Jetzt arbeite ich auf den nächsten Erfolg hin.

So, das war's für heute. Bald gibt es wieder einen veganen Futterpost und bis dahin ein paar hoffentlich schöne Sommertage. :)

1 Kommentar:

  1. Sehr schön geschrieben! Mit motivierendem Unterton. Bitte, lass diesen Segen über mich kommen! ;)

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